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    Musikverein einmal anders: Konzert für Flüchtlinge im Gläsernen Saal    
    An die 250 Flüchtlinge kamen am Montag Nachmittag zu einem Auftritt von Markus Schirmer und dessen international besetztem Ensemble "Scurdia", in dem Oud-Virtuose Risgar Koshnaw bald die Führungsfunktion übernahm, weil er die Besucher in ihrer Muttersprache ansprechen konnte. Die Stimmung im Gläsernen Saal des altehrwürdigen Wiener Musentempels war denn auch alsbald enorm. Die stilistisch bunt gemixten musikalischen Nummern des Programms, darunter ein "kurdischer Cowboy" und "Scurdia goes Klezmer", wurden eifrig beklatscht.

    Foto: Wolf-Dieter Grabner 


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    Scurdia im Musikverein

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    Fedosejew in Wien: Gegen falsche Verdächtigungen Tschaikowskys

    Echte Neudeutungen wohlbekannter Partituren sind wohl nur dann möglich, wenn ein Orchester mit seinem Dirigenten aufs innigste verschmolzen ist. Man erinnere sich an die Berliner Philharmoniker in der Ära Herbert von Karajans oder die (damals so genannten) Leningrader unter Jewgeni Mrawinsky. Für derartige jahrzehntelange Partnerschaften gibt es heute nur ein Pendant: Die Verbindung zwischen Wladimir Fedosejew und seinem Tschaikowsky Orchester aus Moskau.
    Als man 1987 hierzulande auf diese ungewöhnliche Verbindung aufmerksam wurde, war der Maestro schon knapp eineinhalb Jahrzehnte Chefdirigent. Und wenn Musikfreunde schon damals den Eindruck hatten, diese Partnerschaft beschere uns Interpretationen von höchster geistiger Durchdringung bei gleichzeitiger atemberaubend perfektionierter Spieltechnik, muss man heute bekennen: Die technische wie die interpretatorische Vervollkommnung scheint immer noch weiter voranzuschreiten.
    Das entspricht dem Phänomen, das bei den eingangs erwähnten Künstlern schon zu den Paradoxa gehörte. Und es sorgte am Montag abend im großen Konzerthaussaal wieder für Jubel. Das Tschaikowsky-Orchester widmete sich seinem Namenspatron, zauberte die Stimmungswelten von dessen Erster Symphonie in größtmöglicher Vielfalt hervor und trug das Solo von Julian Rachlin im Violinkonzert so behutsam, dass der Geiger sich völlig gelassen seinem vor allem in den zarten, behutsamen, stillen Regionen dieser Musik entfalten konnte.
    Die zum Teil nur gehaucht wirkenden, dennoch bombensicheren Arpeggien und Flageolett-Töne in der großen Kadenz des Stirnsatzes klangen wie ein Motto dieser ungewöhnlichen Wiedergabe eines viel gespielten, aber auch viel geschundenen Meisterwerks: Wie aufgedonnert und roh bringt man dieses Konzert in der Regel zum Klingen – und welch einen außerordentlichen, introvertiert-berührenden Moment markierte diesmal der Einsatz der Reprise, als ein ätherisches Flötensolo über den vom Solisten angegebenen Harmonien das Hauptthema wiederkehren ließ . . .
    Offenbar haben die Musiker diesmal einen Gegenpol zu einer Missinterpretation markiert, die Tschaikowskys Werk (und nicht nur dieses Konzert) schon seit Anbeginn geradezu verfolgt: Nie hätte sich Kritiker-Papst Eduard Hanslick bei Rachlin und Fedosejew dazu verleiten lassen, von einem geradezu barbarischen Volkstanz-Finale zu sprechen.
    Konzerte wie dieses sind bei aller Schönheit und allem Wohlklang höchst wichtige Befreiungsschläge. Es war tatsächlich zuletzt Mrawinsky, der den russischen Nationalkomponisten so konsequent von jeglichem Lärm- und Kitschverdacht freizusprechen wusste . . .
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    Roberto Alagna ist Kammersänger
    Morgen, Mittwoch, beginnt in der Staatsoper eine Aufführungsserie von Puccinis "Tosca" mit Martina Serafin in der Titelpartie und Michael Volle als Polizeichef Scarpia. Den Cavaradossi singt ein frischgebackener österreichischer Kammersänger: Roberto Alagna. Der Publikumsliebling hat seit seinem Sieg beim Pavarotti-Wettbewerb 1988 im haus am Ring elf verschiedene Partien in insgesamt bisher 61 Vorstellungen gesungen, vom Herzog in Verdis "Rigoletto" bis zum Canio in Leoncavallos "Bajazzo". Das Ernennungsdekret überreichten Alagna Kulturminister Josef Ostermayer und Staatsopern-Direktor Dominique Meyer - im Beisein von Meyers Vorgänger Ioan Holender und einiger Sänger des Haus-Ensembles.
    "Tosca" steht in der genannten Besetzung unter Dan Ettinger noch am 5. und 8. Dezember auf dem Programm.
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    Grafenegg 2016: Schon über 11.000 Karten verkauft
    Heute beginnt der offizielle Kartenvorverkauf für das Festival von Grafenegg 2016. Doch schon sind über 11.000 Karten verkauft, denn die Mitglieder des Fördervereins haben von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und vor allem die Aufführungen aller fünf Beethoven-Klavierkonzerte mit den Philharmonikern und Festspiel-Intendant Rudolf Buchbinder und das Konzert der Dresdner Staatskapelle unter Christian Thielemann regelrecht gestürmt. Gut verkauft sind auch bereits die Aufführung der Neunten Beethoven und die Sommernacht-Galas am 16. und 17. Juli.
    www.grafenegg.com
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    Empfehlung: Eine feine neue Kammermusik-CD (Gramola)

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    TIPP: Bruckner, ganz natürlich - unter Weigle im Musikverein
    Die Zeiten, da man Bruckner-Symphonien hierzulande zu den Grundpfeilern des Repertoires zählen durfte, sind lang vorbei. Zu solchem Selbstverständnis gehören gediegene Kapellmeister, von denen es immer weniger gibt. Die groß angelegten symphonischen Werke Bruckners werden entweder zu musikalischen Hochämtern, wenn einer der raren, wirklich prägenden Interpreten sie aufs Programm setzen. Oder sie verdorren unter den Händen ungeübter Dirigenten, die mit ihren Riesenformen nicht zurande kommen und die Orchester quasi an den Notenlinien entlang möglichst unfallfrei vom ersten Streichertremolo bis zum weit entlegenen Schlussakkord zu führen trachten.
    Dieser Malaise wird man erst recht gewahr, sobald ein Dirigent vom Format Sebastien Weigles am Pult der Wiener Symphoniker erscheint und Bruckners Vierte (in der gewohnten Fassung mit dem sogenannten "Jagdscherzo") so souverän, so sicher und so unaufgeregt entstehen lässt, als wäre eine Bruckner-Aufführung das Selbstverständlichste auf der Welt. Diesen Eindruck hatte man einstens, wenn Brucknerianer vom Format eines Eugen Jochum oder Lovro von Matacic ihres Amtes walteten.
    So natürlich, wie sich die musikalischen Steigerungsbögen unter Weigles Führung entfalten, erlebt man diese Musik heutzutage kaum noch. Da ist nichts inszeniert, da fügen sich auch riesenhafte Formteile wie jene des langsamen Satzes kurzweilig zum stimmigen Ganzen. Und dass der Kenner immer wieder aufhorcht, liegt nicht an irgendwelchen künstlichen interpretarischen Willkürakten, sondern daran, dass Weigle die Partitur genau liest und dynamische Nuancierungen, über die fast alle Kollegen „drüberspielen“ lassen, penibel hervorhebt.
    Was oft gefordert wird: Spielt doch einfach einmal das, was in den Noten steht, hier ist es realisiert. Und die zauberhafte, vom Komponisten selbst ausdrücklich als „romantisch“ bezeichnete Stimmung entfaltet sich ganz ungehindert.
    Einleitend gibt es an diesem Abend, der heute und morgen wiederholt wird, das Schumann-Klavierkonzert mit dem jungen Christopher Park am Steinway: vor allem auf die lyrischen, die subtilen Momente fokussiert und ungewohnt kontrapunktisch klar ausgeleuchtet. Eine Gangart, auf die sich die meisterlichen Solobläser der Symphoniker willig einließen.

    Heute und morgen noch im Musikverein, die Bruckner-Symphonie auch am 5. Dezember als Benefizkonzert in St. Stephan.
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    Marie José Siri als Tosca   (Foto: Staatsoper/Pöhn) 


    Maria José Siri statt Martina Serafin
    Staatsoper: Tosca beim Sprung von der Engelsburg verletzt
    Martina Serafin hat sich beim berüchtigten Sprung von der Engelsburg am Ende von Puccinis "Tosca" - der üblichen Probe vor Vorstellungsbeginn zum Trotz - eine schwere Beinverletzung zugezogen und muss nun acht Wochen lang einen Gips tragen. In den "Tosca"-Vorstellungen am 5. und 8. Dezember wird sie von Maria José Siri ersetzt. Die Aufführung am 5. Dezember ist live in HD-Qualität auch via www.staatsoperlive.com zu empfangen. Den Cavaradossi singt der frischgebackene Wiener Kammersänger Roberto Alagna, den Baron Scarpia gibt Michael Volle.
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    Nikolaus Harnoncourt zieht sich zurück
    Mit einem offenen Brief, der den Programmheften des heutigen Konzerts des Concentus musicus im Wiener Musikverein beigelegt wurde, verabschiedete sich Nikolaus Harnoncourt von seinem Publikum. Seine Kräfte ließen es nicht mehr zu, sich den Anforderungen des Konzertbetriebs auszusetzen. Das heutige Konzert des Concentus übernahm Erwin Ortner, dessen Schönberg-Chor an den Aufführungen zweier Bach-Kantaten beteiligt war. Ob die geplante Aufführung des "Fidelio" im Jänner im Theater an der Wien ohne Harnoncourt stattfinden wird, ist noch nicht klar. Was mit dem völlig auf Harnoncourt, den Concentus und deren zyklische Aufführung sämtlicher Beethoven-Symphonien (insgesamt elf Konzerte) ausgerichteten Programm des Festivals "Styriarte 2016" geschehen soll, steht in den Sternen.
    Mehr in "Die Presse online"
    diepresse.com

    Spontane Reaktion von KS Michael Schade

    It's unbelievably sad that just a year ago I was able to sing Nikolaus his "Happy Birthday" in Person, and on the eve of his 86th Birthday he leaves the stage forever, and retires from public performing- just last week we were going over the virtues and HIS changes for what was to be Leonore in the -1806 version- typical I thought and amazing !
    I lose my musical father figure and yet it's so beautiful that he leaves on his own terms-- what shall happen to our Fidelio or will it be Leonore next month no one knows for now, but for the fact that it will happen. We must save the Concentus and we certainly do at the International Barocktage Melk. Vivat und Danke Nikolaus es fehlen derzeit andere Worte
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    Styriarte: Beethoven-Zyklus findet statt
    Mit Bezug auf die geplanten Auftritte des Concentus musicus im gleichnamigen Konzertzyklus der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, die nach dem Rückzug von Ensemble-Gründer Nikolaus Harnoncourt, wie geplant, abgehalten werden, verweisen die Veranstalter des steirischen Festivals "Styriarte" in einer ersten Aussendung darauf, dass auch die angekündigten Beethoven-Konzerte anlässlich der Styriarte 2016 auf jeden Fall stattfinden werden. Wie, steht noch in den Sternen. Im Originaltext: "Der Beethoven-Zyklus der styriarte 2016 mit dem Concentus Musicus findet ebenfalls statt, möglicherweise modifiziert, worüber die styriarte-Kunden in den nächsten Tagen informiert werden. Weitere Informationen werden auf der styriarte-Seite www.styriarte.com veröffentlicht, sobald sich die Konsequenzen des Rückzugs geklärt haben."
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    Was tut die "Styriarte" ohne Harnoncourt?
    Der Concentus musicus könnte vielleicht im Sinne seines Gründers weiter musizieren. Ein Festival, das ganz auf eine Person zugeschnitten ist, muss sich neu definieren

    Der Schock sitzt tief. Wie immer, wenn Meldungen eintreffen, von denen der Kopf sagt, man hätte sie doch längst erwarten können. Der Rückzug Nikolaus Harnonocurts setzt den Endpunkt hinter eine Ära, das ist in diesem Fall wirklich nicht zu viel gesagt.
    Während das Publikum nun in Erinnerungen schwelgen darf, Aufnahmen sichten, wiederhören, und durch Neuankäufe die Harnoncourt-Sammlung ergänzen, raufen sich Veranstalter die Haare. Und die Künstler-Kollegen, die zu ihm aufschauen wie zu ihrem musikalischen Vater: Michael Schade und Juliane Banse, eben mit der Neueinstudierung des „Fidelio“ für eine konzertante Aufführung im Theater an der Wien beschäftigt, die nach Harnoncourts Willen genau die Textfassung der zweiten Premiere von 1806 widerspiegeln soll, fragen sich wohl – wie das Publikum – wer imstande sein könnte, eine solche Aufführung „im Sinne Harnoncourts“ zu dirigieren? Auch wenn der Meister die Proben mitgestalten sollte, wer steht am Abend im Fokus?
    Noch viel mehr gilt das für den Beethoven-Zyklus, der mit dem Concentus in Graz geplant ist – das Festival „Styriarte“, mit Haut und Haar dem einen charismatischen Künstler verschrieben, verliert mit dessen Rückzug seine Seele. Die Musikfreunde pilgerten in den Stephaniensaal und sogar in die nicht gerade attraktive List-Halle, um ihr Idol bei der Lösung unterschiedlichster Rätsel von Mozart bis Offenbach und Bizet, sogar Gershwin zu erleben . . .
    Wo wäre ein Künstler, mit dessen Konterfei auch die geschickteste PR-Agentur Tausende nach Graz locken könnte, gleich, welche Musik auf dem Programm steht?
    Weist Melk die Zukunftsperspektive?
    Michael Schade hat vor wenigen Tagen das Programm seines Pfingst-Festivals in Melk vorgestellt und ausdrücklich versichert, ihm ginge es um eine Bewahrung der künstlerischen Ideen Nikolaus Harnoncourts und um ein Forum, bei dem der concentus musicus auch ohne seinen Gründer, aber in dessen Sinne weiter musizieren soll. Das ist angesichts der verschworenen Musikergemeinschaft vielleicht sogar denkbar. Die "Sytariarte" aber wird sich ganz neu erfinden müssen . . .
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    Riccardo Muti dirigierte sein 250. Konzert mit dem Chicago Symphony Orchestra. Im Bild: Der Maestro mit seinem "Diplom"

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    Anja Harteros: noch am 11., 16. und 19. Dezember als Marschallin

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    "Der Rosenkavalier": 11., 16. und 19. Dezember 
    Staatsoper Feine Schattierungen im "Rosenkavalier" mit Anja Harteros
    Anja Harteros als Marschallin: Ein feinsinnig schattiertes Rollenporträt, gar nicht larmoyant, ein wenig herb-frisch, durchaus zynisch und distanziert - aber vokal voll weicher, warmer Phrasen, subtil abgemischter Farbnuancen; im Spiel mit Stephanie Houtzeel, die dem Octavian virtuos die Züge eines noch unreifen, aber feurigen Buben verleiht, von filmreifem Feinschliff. Otto Schenks altehrwürdige Produktion schnurrt nach ihrer szenischen Renovierung wieder präzis und komödiantisch ab; wie sie vom Orchester unter dem dynamischen Adam Fischer akustisch vorangetrieben wird. Von den jüngsten Einstudierungen scheint dankenswerterweise noch einiges an Pianissimokultur übrig geblieben. Das sichert auch einer solchen Repertoire-Vorstellung (Nummer 365 dieser Inszenierung!)  durchgehend Spannung und, wo es sein soll, auch die nötige melancholische Atmosphäre. Chen Reiss ergänzt das harmonische Terzett der Damenstimmen als quirlig-trotzige, im Grunde doch höchst sensible Sophie. Jochen Schmeckenbecher ist ein prägnanter, niemals outrierender Faninal. Und als "Drüberstreuer" singt Jinxu Xiahou die Arie des italienischen Sängers mit Strahlkraft und bombensicheren Höhen. Mehrheitlich stimmig die Komparserie, angeführt von einem höchst wendigen Intrigantenpaar (Zoryâna Kushpler/Benedikt Kobel). 
    Wolfgang Bankls "Lerchenauer"   
    Als Einspringer für den erkrankten Peter Rose, aber in vollem Saft und Kraft seines Bühnentemperaments: Wolfgang Bankl als Ochs auf Lerchenau. Er dürfte damit seine Leib- und Magenrolle gefunden haben. Da sitzt jede Pointe, aber auch die Stimme bis hinauf in die Fährnisse des auf Hugo von Hofmannsthals ausdrücklichen Wunsch piano gesungenen hohen F in der "Mägdeerzählung". Vor allem freut man sich über die adäquate, niemals indezente Mischung aus wienerischem Dialekt und Hochsprache, die kaum ein Ochs unserer Tage so souverän beherrscht. Chapeau. 
    Wer sich nun über das "Ausverkauft"-Schild ärgert: Die Vorstellung am 16. Dezember ist via Live-Stream in HD-Qualität auf staatsoperlive zu empfangen (überdies seit kurzem auch für A1-Kunden bequem über eine entsprechende App).
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    Theater an der Wien: Stefan Gottfried statt Nikolaus Harnoncourt.
    Stefan Gottfried übernimmt von Nikolaus Harnoncourt die Leitung der konzertanten Aufführung von Ludwig van Beethovens ,,Fidelio" im Theater an der Wien am 17. Jänner 2016 zur Feier des zehnjährigen Jubiläums der Rückwidmung des Hauses zum Opernhaus. Nach dem Rückzug Harnoncourts von den internationalen Bühnen ist diese Umbesetzung notwendig geworden. Die Besetzung mit Juliane Banse und Michael Schade bleibt wie angekündigt.
    Stefan Gottfried hat als Cembalist in den vergangenen Jahren mit Nikolaus Harnoncourt immer wieder gearbeitet und soll die von Harnoncourt erstellte Spielfassung der zweiten, 1806 uraufgeführten Version der Oper für diesen Abend in enger Abstimmung mit Harnoncourt einstudieren, kündigt das Management des Theaters an der Wien an.
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    Nach Nikolaus Harnoncourts Rückzug -
    Styriarte: Karten für Beethovenzyklus werden nicht zurückgenommen

    Die Festival-Leitung der Grazer "Styriarte" teilt in einer Aussendung mit, dass der für Sommer 2016 geplante Beethoven-Zyklus nach dem Rückzug des Dirigenten auch ohne Nikolaus Harnoncourt mit dem Concentus Musicus stattfinden wird. Im Wortlaut: "Das zentrale Element der styriarte 2016 ist der Beethoven Zyklus, sodass sich nun eine schwierige Lage für uns als Veranstalter ergibt. Zu Verkaufsstart der styriarte 2016 haben wir an Sie appelliert, die Freude, aber auch die Risiken eines solchen Projekts mit uns zu teilen. Diese Situation ist nun eingetroffen und es gilt für alle Karten des Beethoven Zyklus, dass eine Rückgabe ausgeschlossen ist. Wir werden den Beethoven Zyklus mit dem Concentus Musicus Wien, Harnoncourts eigenem Orchester, durchführen. Dieses epochale Projekt wird mit anderen Dirigenten und Dirgentinnen, aber inspiriert von Nikolaus Harnoncourt, ein großartiges Erlebnis werden, und wir bitten um Ihr Vertrauen, dass wir für Sie in den kommenden Wochen wunderbare neue Lösungen finden werden. Wir werden Sie über alle Neuigkeiten auf unseren Kanälen (Newsletter, Serviceletter, Website, Facebook) auf dem Laufenden halten.
    Es gilt nun für uns in der styriarte in eine neue Zukunft zu gehen und wir hoffen, dass Sie uns auch auf diesem spannenden Weg begleiten."
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    Die Scala-Saison ist eröffnet: 
    Anna Netrebko als Giovanna d'Arc war auch im TV zu erleben 

    Die 
    Netrebko, gewiss; und der Ehrgeiz eines frischgebackenen Chefdirigenten: Aber dass Giuseppe Verdis „Giovanna d’Arco“ nie auf den Spielplänen aufscheint, hat seine Gründe. Kraus ist die historisch völlig verdrehte Geschichte, kraus die verhatschte Dramaturgie; und enttäuschend das völlige Ausbleiben der bei Verdi immer erwarteten Ohrwürmer. Kein Wunder, dass die Mailänder Scala 150 Jahre lang einen Bogen um das Werk gemacht hat.
    Kein Wunder auch, dass der Zwischenapplaus anlässlich der Saisoneröffnung 2015 meist gleich wieder verebbte. Das illustre Galapublikum in Italiens erstem Opernhaus erwartet anderes, wurde diesmal freilich mit dem Auftritt der Primadonna unserer Tage belohnt. Die Netrebko, das konnten auch Zaungäste konstatieren, die via TV-Übertragung dabei waren, macht aus allem etwas. Die Johanna von Orleans singt sie gern. Schon bei den Salzburger Festspielen hat man das 2013 konzertant erfahren. Auch damals war Franceso Meli ihr Partner, der ein Liebesduett mit ihr zu singen hat und dem beseelten, um ein Wort von Richard Strauss zu verwenden: stets mit roten Blutkörperchen gefüllten Gesang ein solides tenorales Gegengewicht zu bieten. Wo sich die Titelheldin in ätherisch 

    Anna Netrebko in "Giovanna d'Arco"  (Foto: Brescia-Amisano/Teatro alla Scala) 
    schwebenden Piani verliert, kontert König Karl VII. in gehauchtem Falsett. Im Forte liefert er die nötigen kraftvollen Phrasen; mit der Verinnerlichung, der ausdrucksvollen farblichen Differenzierungskunst der Netrebko kann er naturgemäß nicht mithalten.
    Wacker schlug sich der für den erkrankten Ludovic Tezier eingesprungene Bariton David Cecconi, der freilich den dramaturgischen Spagat nicht im geringsten bewältigte, den Verdis Librettisten hier verlangen: Der eigene Vater klagt die Tochter wütend der Hexerei an, erkennt später seinen Irrtum und versöhnt sich mit ihr, bevor sie gegen die Engländer in die Schlacht zieht und auf dem Felde der ehre zu Tode kommt; nicht ohne noch ein rührendes Gebet an die Jungfrau Maria zu singen. Da stimmt historisch gar nichts. Aber, was noch schlimmer ist, das lässt sich auf der Bühne gar nicht glaubwürdig realisieren. Das Regisseurs-Team Leiser & Caurier hat die Geschichte daher als Delirium einer Sterbenden inszeniert. Die Perchten stürmen ins Krankenzimmer, eine Grottenbahn- und Minimundus-Szenerie inklusive kleiner Replik der Kathedrale von Reims bildet das Ambiente, in dem immerhin der Chor reiche Ernte hält und fabelhaft singt. Wie auch das Scala-Orchester unter Riccardo Chailly, so weit sich das via TV beurteilen lässt, klangschön musizierte; jedenfalls hielt man sich durchwegs anschmiegsam an die Bedürfnisse der Sänger. Gewisse Momente dieser Partitur klingen wie eine Bestätigung der schlimmsten Vorurteile, die man in deutschsprachigen Landen gegen die Italianita auf der Opernbühne hegt: Am lustigsten legen die Musikanten dort los, wo die Jungfrau am Marterpfahl die kriegerischen Ereignisse kommentiert; Verdi war noch nicht ganz Verdi. Aber Scala bleibt Scala: Die Saison ist eröffnet, die Seitenblicke-Gesellschaft zeigte ihre Juwelen. Und im Jänner gibt es an der Scala für Verdianer ja auch schon wieder „Rigoletto“ . . . 

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    Atemberaubend: Lise Lindstroms "Salome"
    Richard-Strauss-Fest an der Staatsoper: Am Abend nach einem rundum feinen, komödiantischen "Rosenkavalier" ereignete sich eine schlicht atemberaubende "Salome". Lise Lindstrom bringt für die Titelpartie wirklich alle Voraussetzungen mit. Sie sieht aus wie ein Model, weiß ihre Reize verführerisch einzusetzen, geht - buchstäblich - über Leichen und kann auch die heikle Schluss-Szene in der von Oscar Wilde imaginierten Mischung aus Perversion und höchster Lust fesselnd erzählen. Dazu singt sie mit einem vom ersten Moment an kraftvoll und sicher fokussiertem Sopran, der selbst die wütendsten orchestralen Attacken mühelos durchdringt. Für einen Moment denkt man während der intensiven Auseinandersetzung mit dem von Tomasz Konieczny nicht minder effektvoll gesungenen Jochanaan, ob diese Sängerin imstande sein würde, diesen Kraftakt bis zum Ende durchzuhalten. Doch sogleich schlagen die Stimmen und das Orchester unter dem umsichtigen, souverän organisierenden Dannis Russell Davies mittels prachtvoll changierendem Farbenspiel die Aufmerksamkeit wieder in Bann. Und, ja: Lise Lindstrom hält durch. Mehr noch: Sie singt den Schlussgesang mit leuchtendem, schlank-jugendlichem Ton.
    Das gehört durchaus zu den Sternstunden der reichen Wiener Strauss-Interpretationsgeschichte. Zumal auch eine Debütantin gute Figur macht: Carole Wilson stellt sich als Herodias vor, machtvoll königlich degradiert sie den Herodes von Herwig Pecoraro zum stichwortbringenden Sohn eines "Kameltreibers". Wer Strauss liebt, darf das nicht versäumen. So intensiv ist "Salome" auch in Wien nicht alle Tage zu erleben. (Noch einmal am 10. Dezember - auch via staatsoperlive.com
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    Lise Lindstrom als Salome (Foto: Staatsoper/Pöhn)

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    CD TIPP: The Sound Of Weimar - www.alpha-classics.com

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    Stephen Gould nimmt eine "Auszeit":
    Christian Franz singt den Siegfried


    Heldentenor Stephen Gould nimmt aus privaten Gründen und auf Anraten seiner Ärzte eine Auszeit und hat seine Mitwirkung an der kommenden Wiener Aufführung von Wagners "Ring des Nibelungen" abgesagt. Christian Franz, der die beiden Siegfried-Partien (2006 bzw. 2008) im Haus am Ring bereiets gesungen hat, springt ein (17. Jänner: Siegfried, 24. Jänner: Götterdämmerung).

    Stephen Gould soll Anfang Februar in Linz anlässlich der ersten europäischen Aufführung von William Bolcoms "McTeague - Gier nach Gold" die Titelpartie verkörpern und in der Karwoche für die traditionellen Vorstellungen von Wagners "Parsifal" nach Wien zurückkehren.
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    Umbesetzung in der "Sache Makropulos"
    Rainer Trost ist erkrankt und kann an der Premieren-Serie von Janaceks "Sache Makropuols" in der Inszenierung von Peter Stein nicht mitwirken. Der slowakische Tenor Ludovit Ludha, Ensemblemitglied des Opernhauses von Pressburg, springt ein.
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    Emmanuel Tjeknavorian beim Sibelius-Wettbewerb

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    Emmanuel Tjeknavorian triumphierte in Helsinki
    Der österreichische Geiger Emmanuel Tjeknavorian, Student in der Meisterklasse von Gerhard Schulz, errang beim Sibelius-Wettbewerb in Helsinki nicht nur den zweiten Platz, sondern vor allem den Preis für die "beste Interpretation des Sibelius-Violinkonzerts". Es ist das erstmal, dass einem österreichischen Bewerber das gelang.
    Via "yle" lassen sich die Aufführungen der letzten Wettbewerbsrunde im Internet abrufen.
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    Makellose Tonschönheit für Gottfried Heinr. Stölzels "Bist du bei mir"
    (zur Zeit der Aufnahme fälschlich noch Bach zugeschrieben).

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    Elisabeth Schwarzkopf (1915-2006)
    zum 100. Geburtstag


    Die Hugo Wolf Akademie in Stuttgart zeigt aus Anlass des 100. Geburtstags der großen Sopranistin Elisabeth Schwarzkopf eine Ausstellung, in der auch Dokumente aus der Sammlung des Schwarzkopf-Museums in Hohenems zu sehen sind. Unter anderem der aufregende Bericht, den der Vater der Sängerin, Friedrich Schwarzkopf, über die Geburt seiner Tochter verfasst hat. Er sei im Gedenken an die große Künstlerin hier zitiert:

    Der 9. Dezember 1915

    Nachmittag ca. 4h wurde unsere Elisabeth geboren, in Jarotschin, Breslauerstr. 7, im 2. Stock, in dem grossen Schlafzimmer, das nach der Strasse zu lag – Das Drama spielte sich auf des Messers Schneide ab: Die Hebamme war da – Polin – ich ebenfalls, weil sich L. sehr quälen musste und die HA meine Hilfe verlangte – alle Qualen, Anstrengungen u. Bemühungen der HA schienen umsonst zu sein; plötzlich aber sagte sie: Wir müssen Ihre Frau aufstellen – das ist das einzige, was ich noch machen kann! Gesagt, getan: einen Arm um meinen [Wort unleserlich] gelegt, den anderen um die Schultern der Mutter u. die HA kniete vor ihr, ein Entsetzens- und Erlösungsschrei gellte durch den Raum – aber das Neugeborene lag in den Händen der HA: ein Mädchen! L. war ohnmächtig ins Bett zurück gesunken – ich schrie ihr ins Ohr: Liesel, Dein Kind! – Sie schlug die Augen wieder auf: Sie suchten! Aber schon brachte die brave Helferin das gebadete Mädchen vor ihre Augen und L. berührte das kleine Köpfchen, das soviel Anstrengung und Schmerzen verursacht hatte. Mein Bataillonsarzt Dr. Cohn, den ich vorsorglich gebeten hatte, war inzwischen auch erschienen und konnte zu seiner Freude und zur Vervollständigung unseres Glückes feststellen, dass alles in bester Ordnung u. in besten Händen sei, und fuhr wieder nach Krotoschin zurück. Dort lag mein Bataillon. Nun kann u. muss ich ja erst berichten – es war ja Krieg!
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    "Die Winterreise", illustriert
    Der Brahmssaal wird am kommenden Montag während Florian Boeschs Liederabend durch eine Wiener Künstlerin zum Klang-Raum umgestaltet

    Siebdrucke von Evelyn Grill werden am kommenden Montag im Brahmssaal des Wiener Musikvereins gezeigt, während Florian Boesch und Pianist Justus Zeyen die "Winterreise" interpretieren. Die Bilder sind von Schuberts Liederzyklus inspiriert. Schubertianer, die nach der Erfahrung mit einem ähnlichen Projekt bei den Wiener Festwochen im Vorjahr nun skeptisch sind, weil die damals gezeigten Video-Sequenzen kaum in irgendeine sinnvolle Verbindung mit Wilhelm Müllers Gedichten zu bringen waren, können beruhigt sein: Die Arbeiten Evelyn Grills sind abstrakt und, wie die Künstlerin betont, "weder als Illustration der Lieder Schuberts gedacht, noch maße ich mir an, Absichten und Intention des Komponisten absolut verstanden und in eine visuelle Form übersetzt zu haben." Vielmehr soll der Brahmssaal durch das im Musikverein erstmalige Experiment zum "begehbaren Raum" werden, in dem "zwei Kunstgattungen zusammengeführt" werden. Grills Arbeiten werden auf Grund ihres großen Formats selten ausgestellt. Die 24 Siebdrucke (320 mal 150 cm) waren zuletzt anlässlich der Schubertiade in Schwarzenberg zu sehen. www.musikverein.at
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    Philharmonische Konzerte: künftig auch online
    Ein neues Klassik-Portal, das vom ORF in Zusammenarbeit mit Unitel 2016 online gehen soll, will die Opern- und Konzert-Szene ins 21. Jahrhundert, also ins World Wide Web führen. Als erster, gewichtiger Schritt wurde mit den Wiener Philharmonikern vereinbart, dass künftig drei der zehn Abonnementkonzerte des Orchesters, die rettungslos ausabonniert sind, in HD-Qualität im Netz zu sehen und zu hören sein werden. Das wurde im Zuge der Vertragsverlängerung zwischen dem Orchester und dem öffentlich rechtlichen Sender - Neujahrskonzerte und Sommernachtskonzert bleiben bis 2022 Sache des ORF - ausverhandelt. Die Aufzeichnungen aus dem Musikverein werden dann auch in ORFIII und im Unitel-Pay-Kanal "Classics" ausgestrahlt.
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    Kasper Holten kündigt nach Regie-Eklats in Covent Garden
    Der Intendant geht nach der Premiere seiner Meistersinger-Inszenierung im März 2017 nach Kopenhagen, „um die Kinder großzuziehen“

    Überraschung in London: Intendant Kasper Holten (er hat zuletzt in Wien „Idomeneo“ inszeniert) will seinen Vertrag nicht, wie erwartet, bis über 2020 hinaus verlängern, sondern bat lediglich um eine Verlängerung um sieben Monate vom Sommer 2016 bis zum März 2017. Zu diesem Zeitpunkt will er als Regisseur im Verein mit Chefdirigent Antonio Pappano eine Neuproduktion von Wagners „Meistersingern“ herausbringen. Danach möchte er nach Kopenhagen ziehen. Dort, so teilte er seinen Mitarbeitern brieflich mit, sollten seine Kinder großgezogen werden und in die Schule gehen.
    Insider vermuten, dass Holten die Konsequenz aus zum Teil niederschmetternden Reaktionen des Publikums auf Neuproduktionen in seine Ära gezogen hat. Zuletzt war Daniele Michieletto (man erinnern sich seiner „Bohème“ an der Autobahnraststätte in Salzburg) wegen einer drastischen Vergewaltigungsszene während der Ballettmusik von Rossinis „Tell“ kräftig ausgebuht worden. Die Premierenvorstellung war für einige Minuten durch Proteststürme gestört.
    Einige der privaten Sponsoren des Royal Opera House zeigen wenig begeistert von dem modischen Regie-Kurs, den Holten unter dem Druck einiger journalistischer Stimmungsmacher steuert. Der „Guardian“ schrieb, Covent Garden müsse "sein Verhältnis zum Publikum überdenken" – die szenischen Innovationen scheinen dem Rezensenten wegen der Differenzen zwischen exzellenter musikalischer Qualität und „schwachen szenischen Standards“ nötig. Einige der potentesten privaten Geldgeber und offenkundig auch lautstarke Teile des Londoner Publikums sehen das ganz anders. Interessant, dass die in deutschsprachigen Landen langsam schon wieder abschwellende Diskussion über das sogenannte „Regietheater“ nun ins bis dato dagegen immun scheinende London überzuschwappen scheint . . .
    Als mögliche Kandidaten für den Posten des Intendanten in London nennt die englische Gerüchtebörse die Regisseure Graham Vick und Pierre Audi.
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    Finanzchef des Wien Museums wechselt in die Holding.
    Christian Kircher, seit 2005 Finanzchef des Wien Museums, wird Leiter der Bundestheater-Holding. Das teilte Kulturminister Josef Ostermayer, der sich mit dieser Entscheidung offenbar über die kolportierten Empfehlungen der Findungskommission hinweggesetzt hat, am Donnerstag vormittag mit.
    Kircher ist gebürtiger Kärntner des Jahrgangs 1965 und studierte an der WU Wien. Sein neues Amt tritt er am 1. April 2016 an. Bis dahin führt der interimistische Nachfolger des im Gefolge des Burgtheater-Finanzskandals zurückgetretenen Georg Springer, Günter Rhomberg, die Geschäfte weiter.
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    Barcelona: Juan Diego Florez' erster Edgardo  
    Der Welt vielleicht beliebtester Belcanto-Tenor, Juan Diego Florez, sang im Teatro Liceu seinen allerersten Edegardo in Donizettis '"Lucia di Lammermoor" an der Seite von Elena Mosuc. Die Produktion kam aus Zürich und scheint von entbehrlicher "Aktualisierungswut". Die Titelheldin stürzt sich zuletzt von der Ruine eines eingestürzten Wolkenkratzers. 
    Der Tenor freilich begeisterte sein Publikum auch in diesem Ambiente und ließ diesmal auch ungewohnt "heldische" Tönen.hören. 
    Josef Schmitt war in Barcelona und berichtete:

    Florez als Edgardo (Foto: apa/Q.Garcia) 



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    Otto Schenks "fast blödsinnige Verehrung" für Peter Stein
    Laudatio anlässlich der Verleihung des Ehrenkreuzes
    Er empfinde eine "fast blödsinnige Verehrung für Peter Stein", verkündete Laudator Otto Schenk anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse an den Regisseurs-Kollegen. "Ich habe die Gnade gehabt, unter Peter Steins Regie die Scherben meines Talents geordnet" zu sehen, so Schenk weiter. 
    Stein inszeniert gerade an der Staatsoper Janaceks "Sache Makropulos". Premiere ist am Sonntag.

    Peter Stein (rechts) mit Kulturminister Ostermayer 


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    Schwarzkopf-Porträt und "Don Carlos" mit Pavarotti
    ORF III am Sonntag für Melomanen
    Ein Porträt der großen Sopranistin Elisabeth Schwarzkopf unter dem Titel "Getriebene der Kunst" sendet ORF III am Sonntag um 19.20 Uhr. für die Sendung wurden Dokumente aus dem Nachlass der Künstlerin aufgearbeiteter. Einige Überraschungen auch für Kenner könnten dabei sein!
    Danach gibt es die Aufzeichnung der Saison-Eröffnungspremiere der Mailänder Scala vom 7. Dezember 1992. Sie galt Verdis "Don Carlos" unter der Leitung des damaligen Scala-Chefs Riccardo Muti und brachte in einer üppigen Inszenierung von Franco Zeffirelli das Debüt Luciano Pavarottis in der Titelpartie. Die Vorstellung verlief damals alles andere als glücklich. Der Tenor kämpfte bereits kurz nach seinem Auftritt mit einer leichten Indisposition und das legendär unnachgiebige Scala-Publikum scheute sich nicht, den prominenten Landsmann auszubuhen. Auch etliche der Sängerkollegen kamen an diesem Abend bei den sogenannten Loggionisti in den obersten Rängen, vergleichbar mit dem engagierten Teil des Wiener Stehplatzpublikums, schlecht weg. Ein Lehrstück in Sachen Opernmanie.
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    Edith Piaf und Frank Sinatra zum 100. Geburtstag

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    Feiertage für wahre Melomanen

    Nicht nur Elisabeth Schwarzkopf, auch zwei Jahrhundertstimmen des Unterhaltungs-Geschäfts feiern dieser Tage ihren 100. Geburtstag.

    Zwei Lese-Tipps und ein kleines Hörbeispiel:

    Samir Köck über Frank Sinatra

    diepresse.com

    Michaela Schlögl über Edith Piaf

    diepresse.com
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    Ein Sonntag für Radiohörer
    Für alle, die nicht live dabei sein können, gibt es heute in Ö1 zwei Liveübertragungen aus Wien: Um 11 Uhr beginnt das philharmonische Konzert unter Christian Thielemann mit Yefim Bronfman, der als Solist für das Zweite Klavierkonzert von Franz Liszt aufgeboten ist. Davor Webers "Oberon"-Ouverture, danach Tschaikowskys "Pathétique", also ein Programm, das für Thielemann recht ungewöhnlich scheint . . .
    Abends (ab 19 Uhr) seht die Premiere der Janacek-Oper "Die Sache Makropulos" auf dem Programm. Laura Aikin singt die geheimnisvolle Emilia Marty alias Elena Makropulos.
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    Thielemann im Philharmonischen: Romantik pur
    Schon für die "Oberon"-Ouvertüre hätte sich die Anreise ausgezahlt: Vom ersten, wie aus der Ferne herüberklingenden Hornton und der ungemein zarten, wie hingehauchten "Antwort" der Streicher an herrschte an diesem Vormittag Atmosphäre und atemlose Spannung im Musikverein. Zumal Yefim Bronfman den Thielemannschen Ton aufzunehmen wusste: Präzis an dem orientiert, was in den Noten steht, voll Sentiment, aber niemals sentimental klang auch Franz Liszts A-Dur-Konzert. Und Tschaikowskys vielgeprüfte Sechste Symphonie war dann eine "pathetische", wie ihr Titel verheißt, dramatisch und vor allem in den lyrischen Passagen von einer Klangschönheit, wie sie die Philharmoniker nur für Dirigenten bereithalten, die sie wirklich lieben. Thielmann lieben sie. Und das Publikum liebt ihn auch: Noch dreimal wird er herausgeklatscht, nachdem die Musiker schon in den Garderoben verschwunden sind . . .
    Apropos: Yefim Bronfmans Zugabe war ein Ausschnitt aus dem "Faschingsschwank aus Wien" von Robert Schumann
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    Die Sache Makropulos 
    Die Bühnenbilder Ferdinand Wögerbauers (Fotos: Staatsoper/Pöhn)





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    Jubel um die Erstaufführung von Janaceks "Sache Makropulos" an der Staatsoper
    Langanhaltenden Jubel gab es am Sonntagabend für die Erstaufführung von Leos Janaceks vorletzter Oper im Haus am Ring. Peter Stein hat das komplizierte Stück wie Tschechov inszeniert, detailverliebt und subtil in der Personenführung, inspiriert und vorangetrieben von den kleinteiligen, vom Orchester unter dem jungen, umsichtigen Jakob Hrusa präzis realisierten musikalischen Stenogrammen Janaceks. Erst im dritten Akt findet die Musik zu weiter ausschwingenden Formen, dennoch ist die Produktion von Anfang an dicht und spannend. Denn die Besetzung ist bis ins kleinste exzellent, angeführt von Laura Aikin, die die dank eines Zauberelixiers durch die Jahrhunderte wandernde Emilia Marty mit allem menschenverachtenden Zynismus zu zeichnen, am Ende aber Überdruss und Abschiedsstimmung in ungemein schöne Phrasen zu kleiden verseht. Um dieses Zentralgestirn kreisen die Verehrer und Widersacher wie Trabanten, vom hinreißenden alten Liebhaber Heinz Zednik bis zu den jugendlichen Adoranten Carlos Osuna und Ludovit Ludha. Die Premiere hinterließ offenbar tiefen Eindruck beim vollzählig erschienen Publikum.
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    Anja Harteros sagt ab
    Die dänische Sopranistin Ann Petersen singt am 16. Dezember an Stelle der erkrankten Anja Harteros die Marschallin im "Rosenkavalier" an der Staatsoper und gibt damit ihr Debüt im Haus am Ring. In ihrem Stammhaus, Kopenhagen singt sie die großen Partien des hochdramatischen Fachs von der Salome über die Isolde bis zur Kaiserin in der "Frau ohne Schatten". Engagements führten sie nach Covent Garden, an die Mailänder Scala, zum Festival Orange und demnächst auch an die Staatsoper Unter den Linden nach Berlin.
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    Grandiose "Winterreise" mit Florian Boesch
    Es fand da im Brahmssaal auch eine Ausstellung statt: Evelyn Grill ließ sich von Franz Schuberts "Winterreise" zu Siebdrucken inspirieren, die an den Wänden wie gigantische Kreuzwegstationen zu sehen waren. Doch war es wieder Schuberts Liederzyklus, der seine Wirkung tat. Dringlicher, krasser als sonst, denn Florian Boesch und Justus Zeyen waren mit seltener Unbedingt am Werk, um Wilhelm Müllers und Franz Schuberts Seelenprotokolle zu dechiffrieren.
    Schubert selbst nannte diese Lieder „schauerlich“. Daran halten sich Boesch und Zeyen, der manche der musikalischen Details mit einer Schroffheit aus dem Flügel meißelt, dass auch der Hörer, der die Stücke gut zu kennen meint, sich fragt, ob all das tatsächlich in solch geradezu avantgardistischer Nacktheit und Ungeschminktheit in den Noten steht?
    Es steht drin. Und Boesch singt, nein: rezitiert die bitterbösen, seelenzerfleischenden Gedichte ebenso genau nach den Noten, die Schubert dafür vorgesehen hat, aber doch wie ein frei sprechender, gewandter Redner. Er erzählt die Geschichte vom verstoßenen Liebhaber, zeigt uns in jeder Phase dieser Flucht nach innen sämtliche Verletzungen, die der verzweifelte Wandersmann im Gemüt mit sich schleppt. Farbliche, artikulatorische Differenzierungskunst führt uns manches illustrative Detail ganz bildhaft vor Augen: Das „Irrlicht“ kann man schimmern sehen. Vor allem aber spiegelt die Vokallinie seismographisch sprachliche Feinheiten. Einen Konjunktiv kann man, Boesch lässt uns das erleben, durch eine Verzögerung, die vielleicht einen Sekundenbruchteil dauert, in einen mentale Keulenschlag verwandeln. Die Altvordern bezeichneten den rhetorisch-musikalischen Vorgang als Rubato. Wie ein solches funktioniert und warum das Gefühl dafür eine der nötigen Grundvoraussetzungen für das Erfassen und Wiedergeben der wichtigen Werke unserer abendländischen Musik darstellt, kann man bei Boesch und Zeyen lernen.
    Dazu gehört beispielsweise auch die auf den ersten Blick paradox anmutende Kunst, innerhalb einer freien, nur dem Textgehalt folgenden Phrasierung ein Tempo im Grunde beizubehalten und rhythmisch feinste Schattierungen zu befolgen. Da ist etwa die unter Interpreten viel diskutierte Frage, ob in der „Wasserflut“ tatsächlich zwischen Sechzehnteln und Achteltriolen zu unterscheiden ist. Darüber sind halbe Lehrbücher mit unterschiedlichen Ansichten gefüllt worden.
    Boesch und Zeyen differenzieren hier ganz genau und führen damit den Kontrapunkt sozusagen in metrischen Dimensionen auf die Spitze; dennoch wirkt es natürlich, fast improvisatorisch und macht einen solchen Abend, ja, auch zu einer Bilderreise, gemalt freilich in Tönen und Klängen . . .
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    Gottfried Cervenka ist tot
    Am Dienstag Nachmittag ging Gottfried Cervenkas letzte Radio-Aufzeichnung in Ö1 auf Sendung. Sie war der Feier des 90. Geburtstags des britischen Wahlwieners Hugh Beresford gewidmet. Die Sendung wurde wenige Tage vor der Ausstrahlung im Funkhaus aufgezeichnet; ein Interview mit dem Jubilar inklusive. Der gewiss bestinformierte Rundfunkmoderator in Sachen Opern-Stimmen, Gottfried Cervenka, erlag in der Nacht nach dem Schnitt der Sendung 68jährig einem Herzinfarkt. 
    Cervenka war die "Stimme der Melomanen" und gestaltete über Jahrzehnte grandiose, weil aus profundestem Wissen und Kennerschaft vokaler Gestaltungskunst gespeiste Porträt-Sendungen. Schöpfen konnte er dabei stets aus seinem reichen Archiv, das von Schellack-Platten bis zu CDs so ziemlich alles enthielt, was je an Opernmusik und Liedgesang auf Tonträger gebannt wurde. Die unzähligen Tonbänder mit Livemitschnitten nicht zu vergessen, die er nicht nur sammelte, sondern gewissenhaft auswertete. Vor allem: Cervenka fand in seiner Sammlung alles, was er suchte. Sein Kopf war die perfekteste Kartei, die sich denken lässt. Mit ihm hat die österreichische Kulturwelt einen ihrer brillantesten Köpfe verloren. Was bleibt, ist Dankbarkeit für viele, viele spannende Radio-Stunden!

    Gottfried Cervenka in seinem legendären Archiv 


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    Neuer Konzertmeister in der Staatsoper.
    Der brasilianisch-deutsche Geiger José Maria Blumenschein (Jahrgang 1985) hat das Konzertmeister-Probespiel in der Wiener Staatsoper gewonnen. Er wird am 1. September 2016 die Stelle eines Konzertmeisters des Staatsopernorchesters / Wiener Philharmoniker antreten, die durch die Pensionierung von Rainer Küchl am 31. August 2016 (nach 45 Dienstjahren) frei wird. Blumenschein ist Konzertmeister des WDR-Orchesters, Köln, und war in den Sommern 2014 und 2015 Konzertmeister des Bayreuther Festspiel-Orchesters unter Christian Thielemann.
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    Kurt Maser ist tot.
    Der legendäre Chefdirigent des Leipziger Gewandhaus Orchesters starb 88jährig.

    Geboren in Oberschlesien, hat Kurt Masur die diktatorischen Regime Deutschlands in allen Schattierungen kennenlernen müssen. Schulkind war er während der nationalsozialistischen Herrschaft, seine Musikerkarriere macht er in der DDR, wo er sich mit der Nomenklatura immerhin so gut einzurichten wusste, dass man ihn 1970 zum Chefdirigenten des renommierten Gewandhausorchesters von Leipzig machte, neben der Sächsischen Staatskapelle Dresden, das Aushängeschild par excellence für die deutsche Orchestertradition im „Osten“. Es war Masur, der Ende der Achtzigerjahre deutliche Zeichen über den Eisernen Vorhang dringen ließ, dass es mit dem kommunistischen auf Dauer nicht weitergehen konnte. Nach dem Fall der Mauer wurde Masur, der wohl eine Zeitlang noch geglaubt hatte, es könnte so etwas wie einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz geben, im Westen wie ein lebendes Denkmal des Zusammenbruchs des Sowjetreiches adoriert. Dieses Image spielte gewiss mit, als man ihn zum Chefdirigenten von New York Philharmonic kürte. Freilich: Da waren auch die eminenten kapellmeisterischen Fähigkeiten, die ihn zu einem geachteten Orchesterleiter machten. In einer Ära, als die großen amerikanischen Klangkörper vom Starglanz gefeierter Pultvirtuosen genug hatten und eine solide Aufbauarbeit zu schätzen begannen, war Masur gewiss die richtige Wahl für einen Führungsplatz in Manhattan.
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