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Putschversuch in der Türkei

  • Die großen deutschen Reisekonzerne TUI und Thomas Cook holen nach dem Putschversuch in der Türkei Badeurlauber nicht zurück in die Heimat. Die Lage in den Urlaubsressorts sei ruhig und es gebe nur sehr wenige Gäste, die vorzeitig abreisen wollten, sagten Sprecher der Marktführer Thomas Cook ("Öger") und TUI am Samstag.

    Da sich der Putschversuch auf die Hauptstadt Ankara und die Metropole Istanbul konzentriert habe, hätten die Gäste in den Hauptbade-Regionen Antalya und Bodrum direkt nichts davon mitbekommen, hieß es bei Thomas Cook. Abgesagt habe bisher kaum ein Gast. "Bei uns sind morgens die ersten Maschinen Richtung Türkei gestartet und die große Mehrheit der Urlauber ist geflogen." Es seien nur 70 Thomas-Cook-Urlauber in Istanbul.

    Genaue Angaben zur Zahl der Deutschen in der Türkei gibt es derzeit nicht. Branchenbeobachter gehen von mehr als 100.000 Erholungssuchenden aus, wovon 40.000 auf TUI und Thomas Cook zusammen entfallen dürften. Laut Schätzungen des Außenministeriums hielten sich zuletzt bis zu 10.000 Österreicher in der Türkei auf. Über das Registrierungssystem des Außenministeriums gemeldet haben sich 3.300 Personen.

  • Zu den Richterentlassungen kommt eine weitere Information - von der türkischen Zeitung "Hürriyet". Die berichtet, dass auch zehn Mitglieder des Staatsrats festgenommen wurden - angeblich in Zusammenhang mit dem Putschversuch. Gegen sie hätte es einen Haftbefehl gegeben. Der Staatsrat ist einer der obersten Gerichtshöfe der Türkei.
     
    Die insgesamt 2745 suspendierten Richter gelten als verdächtig, Verbindungen zu dem Kleriker - und Erzrivalen Erdogans - Fethullah Gülen gehabt zu haben, schreibt "Hürriyet". Die Amtsenthebung der Richter wurde am Samstagnachmittag bekannt.
  • Vor dem Armeehauptquartier in Ankara stellen sich die letzten rebellischen Soldaten und lassen sich verhaften. Das Foto stammt von der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu:
     
  • In Wien ist im Moment eine Demonstration für Präsident Erdogan im Gange. Etwa 500 Menschen sind in der Innenstadt zusammengekommen und wollen Richtung Heldenplatz ziehen; angemeldet ist die Kundgebung nicht. Organisiert hat sie die Union Europäisch-Türkischer Demokraten in Österreich.
     
    (Foto: Die Presse/Anna Thalhammer)
     
    "Presse"-Redakteurin Anna Thalhammer berichtet von der Kundgebung: Die Teilnehmer würden abwechselnd "Allahu akbar", " Recep Tayyip Erdoğan" und "Türkiye" rufen. Die lautesten Rufer und Motivatoren seien sehr jung.
  • "Die Demonstranten werden ständig mehr", sagt "Presse"-Redakteurin Anna Thalhammer, die auf der Demonstration für Erdogan in Wien dabei ist. Co-Organisatorin des Marsches sei die "Linkswende".
     
    (Foto: Die Presse/Anna Thalhammer)
     
  • Die Türkei riegle im Moment den NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik ab, berichtet die APA.
     
    Von Incirlik aus fliegen die Soldaten der Alliierten ihre Syrien-Einsätze.
  • Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach bei einer Pressekonferenz in Berlin über die Geschehnisse in der Türkei. Merkel verurteilt Putschversuch "auf das Schärfste". Es sei tragisch, dass so viele Menschen ihn mit dem Leben bezahlt hätten: "Panzer auf den Straßen und Luftangriffe gegen die eigene Bevölkerung sind Unrecht." Zugleich forderte sie einen rechtsstaatlichen Umgang mit den Putschisten: "Gerade im Umgang mit den Verantwortlichen für die tragischen Ereignisse der letzten Nach sollte sich der Rechtsstaat beweisen."
     
    (Foto: APA/AFP/JOHN MACDOUGALL)
     
  • Etwa 1500 Teilnehmer haben sich bei der Kundgebung beim Wiener Westbahnhof eingefunden, berichtet "Presse"-Reporterin Anna Thalhammer. Die Demo sollte dann Richtung Innenstadt ziehen. (c) Thalhammer / Die Presse

  • Ein Hubschrauber, der Griechenland in Bedrängnis bringt. Acht Putschisten flohen damit nach Alexandroupolis. (c) AFP PHOTO / SAKIS MITROLIDIS

  • Die türkische Nationalversammlung tritt soeben im schwer beschädigten Parlamentsgebäude zusammen. Es gab einen Moment der Stille, dann die Nationalhymne. Viel Applaus für Ministerpräsident Binali Yildirim.

  • Spitzenvertreter der Religionsgemeinschaften in der Türkei verurteilen den Putschversuch
    In einer gemeinsamen Erklärung bekundeten Spitzenvertreter der Muslime, der orthodoxen Christen und der Juden "Trauer über die terroristischen Angriffe, die den Frieden unserer großen Nation und der Welt stören sollten".

    Unterzeichnet war das am Samstag von Medien verbreitete Schreiben vom Leiter des türkischen Amts für religiöse Angelegenheiten (Diyanet), Mehmet Görmez, dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und dem türkischen Oberrabbiner Ishak Haleva.
  • Der Nachmittag
    - Der Putsch ist gescheitert, so viel steht fest. In den Metropolen Ankara und Istanbul wird aufgeräumt, Erdogan-Anhänger demonstrieren landesweit.
    - Präsident Erdogan bezeichnet den Putsch als "Segen Gottes" , spricht von "Säuberungen" und entlässt über 2700 Richter, den zehnköpfigen Staatsrat und lässt Teile des Militärs verhaften. Er wird damit zahlreiche Kritiker los.
    - Die Reaktionen der westlichen Politik sind einhellig: Demokratie geht vor, ein Putsch strikt zu verurteilen.
    - Für Erdogan ist sein Erzfeind Fethullah Gülen der Drahtzieher hinter dem Putsch. Viele Medien unter staatlicher Kontrolle nennen die Ereignisse bereits "Gülen-Putsch". Gülen selbst hat sich von den Vorwürfen distanziert.
  • USA würde Gülen-Auslieferung prüfen
    Wie US-Außenminister John Kerry nach Angaben der "Washington Post" am Samstag sagte, sind die USA dazu bereit, Ermittlungen zu unterstützen, um herauszufinden, wer den Putschversuch in der Türkei angezettelt hat und woher die Unterstützung kam. Er erwarte, "dass Fragen nach Gülen aufgeworfen werden", zitierte die Zeitung den US-Chefdiplomaten.

    Der türkische Ministerpräsident Binali Yilirim hatte am Samstag behauptet, die Türkei habe bereits ein Auslieferungsbegehren für Gülen an die USA gerichtet.
  • Berichte über Rache an Putschisten
    Während des Putschversuchs in der Nacht zu Samstag sollen nach unbestätigten Berichten womöglich Soldaten misshandelt oder sogar gelyncht worden sein. Auf einem Video, das offenbar auf einer der Bosporus-Brücken in Istanbul aufgenommen wurde, ist ein Soldat zu sehen, der blutüberströmt auf dem Boden liegt. Derjenige, der das Video aufnimmt, sagt auf Türkisch: "Vier haben wir umgebracht, jetzt sind wir beim fünften. Hund!" Schüsse sind zu hören. Andere rufen "Gott ist groß", "Ungläubiger!" und "Krepier!". Mehrere treten auf den leblos wirkenden Körper ein. Das Video wurde via Twitter verbreitet. Auf Twitter kursieren mehrere Bilder von Soldaten, die von einem wütenden Mob attackiert werden.
  • "Erdoğan ist gerettet, die Türkei geht unter"
    Kritiker glauben, dass der Präsident die Zügel nun noch stärker anziehen wird. Es droht eine Säuberungswelle unter den Gefolgsleuten der regierungskritischen Gülen-Bewegung.
    Leseempfehlung: Susanne Güsten berichtet aus der Türkei und erklärt, wie es zur Feindschaft zwischen Erdogan und Gülen kam:
    >> diepresse.com
  • Ministerpräsident Binal Yildirim bei seiner Rede vor der Nationalversammlung im Parlament. (c) AFP/Adem Altan

  • Die USA mussten ihre Luftangriffe auf den "Islamischen Staat" wegen der Luftraumsperre unterbrechen.
  • Das türkische Militär und die Politik
    Das türkische Militär hat zwischen 1960 und 1980 drei Mal erfolgreich geputscht und außerdem 1997 massiven Druck auf Ministerpräsident Necmettin Erbakan ausgeübt, der schließlich zurücktrat. Erbakan gilt als Mentor Erdogans und als Politiker mit stark islamischer Prägung, der damals vom säkularen Establishment nicht akzeptiert worden war. 2007 drohte das Militar damit, die Präsidentenwahl zu sabottieren und warnte vor islamischen Einflüssen, doch Abdullah Gül wurde trotzdem oder gerade deswegen zum Präsidenten gewählt.

    Der jüngste Putschversuch überrascht deshalb, weil Erdogan das Militär in jüngster Zeit mehr und mehr entmachtet hat. So ließ er mehrere hochrangige Offiziere wegen angeblicher Putschpläne anklagen.
  • Luftwaffenstützpunkt Incirlik abgeriegelt
    - Die Energieversorgung ist unterbrochen.
    - Die US-Armee setzte ihre militärische Sicherheitsstufe für die Türkei auf die höchste Position "Delta" hinauf. . "Bitte vermeiden Sie den Luftwaffenstützpunkt, bis der normale Betrieb wieder hergestellt ist", erklärte das US-Konsulat.
    - Die Soldaten könnten mit Ausweiskontrolle weiterhin die Basis verlassen und wieder hineingehen, es sei aber die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen worden, sagte ein Sprecher der Bundeswehr in Berlin der Deutschen Presse-Agentur.
    - Die Angriffe gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) von Incirlik aus setzte die US-Armee aus. Aus Washington hieß es dazu, der für die Angriffe genutzte Luftraum sei geschlossen.
  • Der türkische Außenminister Mevlüs Cavusoglu hat mit seinem griechischen Amtskollegen telefoniert. Nikos Kotzias soll zugesagt haben, die acht geflohenen Putschisten in die Türkei auszulieren, schreibt Cavusoglu auf Twitter.


  • Zwei hochrangige Militärs festgenommen - berichtet Anadolu
    In der südlichen Provinz Isparta sind laut staatlicher Nachrichtenagentur Anadolu Generalmajor Metin Akkaya und der Garnissons-Kommandant von Isparta, Generalmajor Mustafa Kurutmaz, festgenommen worden, ihnen wird Beteiligung am Putsch vorgeworfen.
  • Gemeinsames Statement von vier türkischen Parteien
    "Wir, die Gruppe von vier Parteien, verurteilen den Putschversuch gegen unsere mächtige Nation auf das Schärfste", heißt es in der von Parlamentssprecher Ismail Kahraman verlesenen Botschaft. "Das türkische Parlament arbeite als "ein Herz" - trotz politischer Differenzen, schreiben AKP, CHP, HDP und MHP.
  • Vor dem türkischen Parlament in Ankara. (c) AFP/Adem Altan

  • Augenzeugenbericht eines Österreiches in Istanbul
    Fresh Max stellt derzeit in der "Poligon"-Galerie in Istanbul aus. Ab der Nacht zu Samstag war er in Kontakt mit der "Presse"-Redaktion. "Verrückt" war das erste Wort, das Fresh Max zur Situation einfiel: Er saß um 2 Uhr am Morgen in der Galerie fest, in der er zuvor gearbeitet hatte. Über die Nachrichten bekam er mit, was in der Stadt gerade passierte: Einerseits war eine Ausgangssperre verhängt, andererseits "bin ich gleich neben dem Taksim-Platz. Da bleib' ich lieber drinnen. Ich glaube, man kann nur abwarten."

    Er habe Schüsse aus der Richtung des Taksim-Platzes gehört, "und ein Kampfjet hat die Schallmauer durchbrochen, was ein absurd lauter Krach war. Dadurch sind auch ein Haufen Auto-Alarmanlagen angegangen und anscheinend auch Scheiben zerbrochen. Das war alles so zwischen ein und vier Uhr am Morgen."

    Erst in der Früh konnte der Künstler mit dem Taxi zu seiner Wohnung fahren: "In der Nacht hat es keine Taxis mehr gegeben." In der Wohnung bleibt Fresh Max jetzt auch erst einmal, "und da bekomme ich auch nicht so viel mit", wobei: "Jetzt scheint alles wieder normal zu sein. Heute gibt es auf den Plätzen anscheinend so etwas wie Siegesfeiern."

    Zehn Tage sollte er noch in Istanbul bleiben, in der Zeit läuft auch seine Residency und eine Ausstellung. Er sei sich allerdings noch nicht ganz sicher, ob er so lange bleiben werde, sagt Fresh Max, in den nächsten beiden Tagen wolle er das entscheiden. "Das Außenministerium hat gesagt, ich solle meinen ganz normalen Flug zurück nehmen", sagt er; das Ministerium habe er angerufen. Per Mail wurde auch er selbst vom Ministerium kontaktiert.
  • Bilanz der Pro-Erdogan-Demo in Wien
    Circa 1200 Teilnehmer zogen laut Polizei in Wien vom Christian-Broda-Platz zum Heldenplatz. Die Kundgebung verlief laut Polizei mit einer großen Ausnahme friedlich: Teilnehmer demolierten auf er Mariahilfer Straße den Schanigarten der türkisch-kurdischen Restaurantkette "Türkis".

    Einem Polizei-Sprecher zufolge gab es eine nicht näher definierte "kurze Provokation von Außen". Teilnehmer der Demonstration demolierten schließlich den - zuvor von der Polizei geräumten - Gastgarten eines Lokals der türkisch-kurdischen Restaurantkette "Türkis", lieferten sich Wortgefechte mit den Kellnern und richteten Beschimpfungen in Richtung des Lokals.
    Die Einsatzkräfte reagierten umgehend und positionierte sich Mann neben Mann vor dem Lokal, Passanten wurden gebeten das Areal zu verlassen. Auch Polizeihundeführer waren mit ihren Tieren an Ort und Stelle. Es kam zu einigen Rangeleien, aber die Situation eskalierte nicht, soweit die APA das beobachten konnte. Laut dem Polizei-Sprecher kam es allerdings zu einer Körperverletzung - nähere Informationen dazu gab es aber vorerst nicht.

    Nachdem der Demonstrationszug an dem Lokal vorbeigeschleust worden war, entspannte sich die Situation. Der restliche Marsch über den Ring bis zum Heldenplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand, verlief scheinbar friedlich.
  • Verhaftung
    Die türkischen Behörden haben einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge den Oberbefehlshabenden der Zweiten Armee. General Adem Huduti verhaftet. Er ist der bisher höchstrangige Soldat, der nach dem Putschversuch festgenommen wurde. Die Zweite Armee hat ihr Hauptquartier in Malatya und ist für das Grenzgebiet zu Syrien, dem Irak und dem Iran verantwortlich.
  • Bomben auf Erdogans Hotel
    Die Zeitung Hürriyet berichtet in ihren englischen Ausgabe, dass Helikopter Bomben auf jenes Hotel an der Ägäis abgeworfen haben sollen, in dem Präsident Erdogan geurlaubt haben soll. Erdogan habe das Hotel aber bereits zwei Stunden zuvor verlassen. Die Polizei habe mit putschenden Soldaten dort gekämpft, ein Polizist sei ums Leben gekommen. Ein F-16-Jet unter Kontrolle der Putschisten soll auch den Präsidentenpalast in Ankara bombardiert, doch leicht verfehlt haben. Dabei sollen fünf Menschen getötet worden sein.
  • Drei Spitzen-Militärs wieder frei
    Wie der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik mitteilte, seien die Chefs von Luftwaffe, Marine und der zweite Generalstabschef aus den Händen der Putschisten in der Militärbasis in Akinci befreit worden. Isik warnte außerdem, der Putsch sei noch nicht vollständig vorbei.
  • Ein Krater durch Bombeneinschlag vor dem Parlament in Ankara. (c) REUTERS/Baz Ratner

  • Die "Säuberung" der Justiz
    Offiziellen Angaben zufolge wurden in einer ersten Aktion mehr als 2800 Putschisten aus den Reihen der Streitkräfte, zehn Mitglieder des türkischen Staatsrats - eines der obersten Gerichte - festgenommen. Nach Angaben aus Regierungskreisen befindet sich außerdem ein Richter des Verfassungsgerichts in Gewahrsam. Außerdem wurden fünf Mitglieder des Hohen Rats der Richter und Staatsanwälte und mehr als 2700 Richter abgesetzt.

    Der Chef der Richtergewerkschaft Yargiclar, Mustafa Karadag, hat der türkischen Führung vorgeworfen mit dem Vorgehen gegen die Justiz nach dem Putschversuch auch Kritiker ausschalten zu wollen. Es würden nicht nur mutmaßliche Unterstützer des Putsches, sondern auch Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan festgenommen, die mit all dem nichts zu tun hätten, sagte Karadag der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Laut Karadag gibt es in der Türkei schätzungsweise etwa 14.500 bis 15.000 Richter.
  • Obama fordert "Achtung des Rechtsstaats"
    US-Präsident Barack Obama hat nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei alle Seiten zur "Achtung des Rechtsstaats" aufgefordert. Wie das Weiße Haus in Washington am Samstag weiter erklärte, unterstrich Obama außerdem die "lebenswichtige Notwendigkeit", jegliche Aktion zu vermeiden, die "neue Gewalt oder Instabilität" hervorrufen könnten.

    Kerry: "Alle waren überrascht"
    Nach den Worten von US-Außenminister John Kerry hat Washington den Putschversuch in der Türkei nicht kommen sehen. "Wenn Sie einen Staatsstreich vorbereiten, machen Sie dafür wirklich keine Reklame bei Ihren Nato-Partnern, sagte Kerry Journalisten in Luxemburg. "Alle wurden überrascht, auch die Menschen in der Türkei", sagte er. Der Putsch der aufständischen Soldaten scheine "nicht wirklich gut geplant oder ausgeführt" worden zu sein, fügte Kerry hinzu. Der Außenminister versicherte der "demokratisch gewählten" Regierung in Ankara die "rückhaltlose" Unterstützung der USA. Beide Staaten sind enge Verbündete innerhalb der Nato-Militärallianz.
  • General Akin Öztürk soll den engeren Zirkel der Aufständischen geleitet haben.
    >> http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/5051684
  • Angebliche Pläne der Putschisten enthüllt
    Die Putschisten in der Türkei haben nach Angaben aus Regierungskreisen bereits mehr als 100 Posten in der geplanten Militärjunta an Mitstreiter vergeben gehabt.
    "Die Listen umfassten mehr als 100 Namen", sagte ein Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, am Samstag. "Sie hätten Militärgouverneure für jeden Distrikt ernannt und die Chefs aller staatlichen Stellen ersetzt."

    Das unmittelbare Ziel der Putschisten sei gewesen, strategisch wichtige Stellen wie die Bosporusbrücke oder den Taksim-Platz in Istanbul unter Kontrolle zu bringen. "In Ankara haben sie versucht, den Präsidentenpalast, das Amt des Ministerpräsidenten, den Geheimdienst MIT und das Parlament zu stürmen." Sie hätten auch versucht, die Satelliten-Infrastruktur zu sabotieren.

    Hätten die Umstürzler Erfolg gehabt, hätte es nach der im Staatssender TRT verlesenen Putsch-Erklärung eine Mediensperre gegeben. Kampfflugzeuge wären im Tiefflug über Wohngebiete geflogen, um Anwohner in den Häusern zu halten.



  • +++ Erdogan fordert von Obama Auslieferung oder Festnahme Gülens +++
    Erdogan wandte sich mit seiner Forderung direkt an US-Präsident Barack Obama.
    Wenn die USA und die Türkei tatsächlich strategische Partner seien, müsse Obama handeln, sagte der türkische Präsident bei einer Ansprache vor Anhängern in Istanbul am Samstagabend.
     
     
     
  • Gülen: Putschversuch inszeniert?
    Der in den USA lebende türkische Geistliche Fethullah Gülen hält es für möglich, dass der Putschversuch inszeniert war. Der Prediger, der von Erdogan als Urheber des Putsches genannt wird, forderte am Samstag die Bevölkerung der Türkei auf, eine militärische Intervention nicht in einem positiven Licht zu beurteilen. Eine Demokratie könne durch militärisches Vorgehen nicht erreicht werden, sagte er.

    Argumente, die gegen Verschwörungstheorien sprechen, finden Sie hier:
     
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    Präsident Erdogan sprach am Abend in Istanbul zu seinen Anhängern. (c) Reuters/Murad Sezer
     
  • Was bleibt vom Samstag?
    Der Putschversuch ist gescheitert. Präsident Erdogan hat Stärke demonstriert und nützt die Unsicherheit im Land, um eigene Kritiker loszuwerden. Wie die USA mit Erdogans Erzfeind Fetullah Gülen umgehen werden, wird diplomatisches Geschick erfordern. Wir halten Sie in unseren Artikeln weiterhin am Laufenden, beenden unseren Live-Ticker aber an dieser Stelle und wünschen trotz aufwühlender Nachrichtenlage einen angenehmen Abend. Alle Hintergründe und Analysen, Kommentare und Interviews zum Thema Türkei finden Sie auf unserer Themenseite:

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