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Nizza

  • Zweiter Ausweis sichergestellt

    Im Lastwagen wurde laut „Nice Matin“ ein zweiter Ausweis sichergestellt. Allerdings: Eine offizielle Stellungnahme zu den gefundenen Dokumenten fehlt nach wie vor – vermutlich wird es sie erst gegen 17 Uhr geben, wenn der Generalstaatsanwalt vor die Presse treten will.
  • Marine Le Pen, die Chefin des Front National, zeigte sich in einer ersten Reaktion „sehr wütend“. Denn, so sagte sie dem „Figaro“: „Nichts von dem, was wir vorgeschlagen haben, ist in die Tat umgesetzt worden.“ Man habe es mit  einer neuen Art des Terrorismus zu tun, einem „Terrorismus der Möglichkeiten, das heißt, ohne hierarchische Strukturen“. Es sei daher notwendig, die ihm zugrunde liegende Ideologie zu bekämpfen. „Und in dieser Hinsicht ist nichts gemacht worden.“
  • Wer derzeit eine Reise nach Nizza gebucht hat und nach dem gestrigen Anschlag nicht mehr hinreisen will, hat gute Chancen, seine Reise kostenlos stornieren oder umbuchen zu lassen. Das Verkehrsbüro bietet ihren Kunden dies für Reisen bis Ende Juli auf Kulanzbasis an, teile eine Sprecherin mit. Andere Frankreich-Reisen finden unverändert statt, da es keine Reisewarnung des Außenamts gibt.
  • Nur wenige Meter von jenem Appartement im Norden Nizzas entfernt, das am Freitagvormittag von der Polizei durchsucht worden ist, hat ein Entminungsteam seine Arbeit aufgenommen. Ziel des Einsatzes seien Mietwagen berichtete die Regionalzeitung "Nice Matin". Zwei umliegende Gebäude seien evakuiert worden.
  • Hier eine vorläufige Opferbilanz:
     
    Die meisten Todesopfer dürften Franzosen sein. Zu ihnen gibt es noch keine gesicherten Angaben. Laut französischen Medien wurden zwei Amerikaner (ein Texaner und sein elf-jähriger Sohn), eine russische Studentin, eine Armenierin und ein Ukrainer bei dem Anschlag getötet. Der Fraktionschef der Berliner CDU hat laut "Süddeutscher Zeitung" zudem den Tod von drei Deutschen bestätigt: „Mittlerweile ist es traurige Gewissheit, dass unter den Opfern auch eine Berliner Lehrerin und zwei Berliner Schülerinnen sind."
    Zudem gibt es Berichte über zwei Vermisste Italiener, einen 71-Jährigen und dessen Ehefrau. Laut belgischem Außenminister sind zudem etwa zwanzig Belgier unauffindbar.
  • Ein Elternpaar, das in der Panik beim Anschlag von Nizza den Kinderwagen mit seinem Baby verloren hatte, ist dank einer im Internet verbreiteten Suchmeldung wieder mit seinem acht Monate alten Sohn vereint. "Kleiner Bub im Gedränge verloren", "blauer Kinderwagen", "gebt diese Information weiter" schrieb eine Bekannte der Eltern auf ihrer Facebook-Seite und veröffentlichte dazu ein Foto des Babys.
     
    Der Aufruf führte rasch zum Erfolg, wie eine Freundin der Familie am Freitag sagte. Eine junge Frau hatte den acht Monate alten Buben im Anschlagschaos entdeckt und mit zu sich nach Hause genommen. "Gefunden!" verkündete ein Familienmitglied schließlich erleichtert im Internet und dankte allen, die bei der Suche geholfen hatten.
  • Während die Polizei heute morgen die Wohnung des Attentäters in Nizza durchsuchte, finden in der Nähe weitere Razzien statt.
     
  • Was genau passierte in den tragischen Minuten in der Küstenstadt Nizza, die 84 Menschen das Leben kosteten? Eine Rekonstruktion.

    • Donnerstagabend: Das Feuerwerk anlässlich des Nationalfeiertages ist gerade beendet. An der bei Touristen beliebten Promenade des Anglais herrscht reges Treiben.
    • 23 Uhr: Langsam fährt ein großer, weißer Lastwagen zwischen Palmen entlang auf der breiten Fahrbahn.
    • Ein Motorrad holt ihn ein, fährt neben die Fahrerkabine. Der Motorradfahrer will den Lkw offenbar aufhalten, stürzt aber am Straßenrand.
    • Mehrere Männer rennen hinter dem Lastwagen her, der immer schneller wird. Der Fahrer gibt Gas. Menschen schreien und rennen von der Straße hinunter.
    • Der Fahrer bahnt sich seinen Weg auf etwa zwei Kilometern Länge durch die Menschenmenge.
    • Medienberichten zufolge ändert der Lastwagen dabei mindestens einmal die Richtung, um möglichst viele Menschen zu erfassen.
    • Hunderte geraten in Panik und flüchten. Wer im Weg ist, wird umgefahren. Auch Kinder sterben.
    • Die Polizisten eröffnen das Feuer auf den Lkw. Mehrere Kugeln treffen die Windschutzscheibe sowie die Fahrerseite des Lenkerkabine.
    • Der Fahrer stirbt. Wie es anschließend aus Polizeikreisen heißt, ist es ein 31 Jahre alter Mann tunesischer Herkunft. Ob er die französische oder tunesische Staatsbürgerschaft besitzt, war zunächst ungeklärt.
    • Der Lastwagenfahrer richtet ein regelrechtes Blutbad an. Menschen in der Umgebung laufen entsetzt auf die Straße und entdecken Dutzende Leichen.
  • Präsident Francois Hollande, Premierminister Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve beraten in Nizza über das nächste Vorgehen.
     
  • Es gibt Informationen über ein französisches Opfer. Der 60-jährige Robert Marchand, Vorstand und Trainer eines Leichtathletik-Clubs in Burgund, kam ums Leben. Er sei ein engagierter und leidenschaftlicher Mann gewesen, sagen Angehörige.
  • Spanien erhöht die Sicherheitsvorkehrungen in den Touristenhochburgen des Landes. Auch die Grenze zu Frankreich werde schärfer bewacht, sagt der spanische Innenminister Fernandez Diaz. Damit haben bereits drei Länder - auch Italien und Deutschland - ihre Grenzkontrollen zu Frankreich verstärkt.
  • Die New York Times zeichnet in einer Animation den Weg des Attentäters im Lkw nach.
     
  • Auch eine russische Studentin gehört laut der Moskauer Hochschule für Finanzwissenschaften zu den Todesopfern.

  • Die französische Polizei hat bei einer Razzia im Haus des Attentäters in Nizza einen Verdächtigen festgenommen, berichtet der Sender iTele.
  • Polens Innenminister Mariusz Blaszczak hat den Anschlag in Zusammenhang mit der Einwanderungspolitik in Westeuropa gerückt. "Das ist ein Problem in Verbindung mit Jahrzehnten von Multikulti-Politik, mit politischer Korrektheit. Das sind leider die Folgen davon", sagte er am Freitag im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP.
     
  • Was wir bisher über den Anschlag wissen:
    • Ein Lkw raste am französischen Nationalfeiertag mit 50 Stundenkilometern in eine Menschenmenge. Über zwei Kilometer hinweg überfuhr er an der Promenade des Anglaises Dutzende Menschen.

    • Mindestens 84 Menschen starben, darunter zehn Kinder. 18 Verletzte sind in kritischem Zustand.

    • Der 31-jährige Täter wurde erschossen. Er stammt aus Tunesien, wohnte in Nizza. Die Geheimdienste hatten ihn bisher nicht auf dem Radar.

    • Die französische Polizei hat bei einer Razzia im Haus, in dem sich die Wohnung des Attentäters befand, einen Verdächtigen festgenommen. Dort wurde auch ein verdächtiges Auto untersucht.

    • Frankreichs Präsident Hollande sprach von einem eindeutigen terroristischen Hintergrund und verhängte drei Tage Staatstrauer. Der Ausnahmezustand wurde um drei Monate verlängert.

    • Unter den Opfern sind unter anderem drei Berlinerinnen (zwei Schülerinnen und eine Lehrerin auf Maturareise), eine Russin, ein Armenier, zwei US-Amerikaner (ein Vater und dessen elfjähriger Sohn), ein Schweizer, eine Ukrainerin und mindestens zwei Marokkaner. Auch von einem toten Franzosen berichteten Medien bereits.

    • Auch Österreicher wurden Zeugen des Blutbads. „Wir hatten unheimliches Glück“, sagt ein 23-jähriger Burgenländer zur "Presse".

    Was ist noch unklar?
    • Nach wie vor ist nicht bekannt, ob hinter der Tat eine Terrororganisation steckt. Bisher hat sich noch niemand bekannt, obwohl der sogenannte Islamische Staat die Amokfahrt auf Sozialen Netzwerken begrüßte.
    • Es gibt noch keine Information dazu, ob der Attentäter einen Komplizen hatte oder alleine handelte.
    • Die Identität des Attentäters ist noch nicht offiziell bestätigt.
    • Unklar ist auch, ob Österreicher unter den Opfern sind.
  • Weiterhin werden viele Menschen, die sich gestern während des Attentats auf der Promenade des Anglaises in Nizza aufgehalten haben, vermisst. Nice-Matin hat Aufrufe von Verwandten auf der Twitter-Seite "Recherche Nice" zusammengetragen. Es sind vor allem die Fotos junger Burschen und Mädchen, die hier aufgelistet sind.
     
  • Die neue britische Premierministerin Theresa May hat nach dem Anschlag von Nizza zum verstärkten internationalen Kampf gegen Terrorismus aufgerufen. "Wenn das - wie wir befürchten - ein Terroranschlag war, dann müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, um diese brutalen Mörder zu besiegen, die unsere Lebensweise zerstören wollen."
  • Nizza sei nicht nur eine der französischen Städte, die am meisten vom Phänomen Jihad betroffen sei, sondern es seien auch mehr als hundert Kämpfer aus Nizza nach Syrien gezogen, berichtet der Journalist und Terrorexperte David Thomson.
  • "Möge bei der aktuellen Aufarbeitung nicht wieder die fast zum Ritual erstarrte Debatte um bessere Integration aufkommen. Es dürfen nicht die Täter mit Opfern verwechselt werden, denn für eine solche Tat bedarf es des Vorsatzes", schreibt Karin Kneissl in einem "Presse"-Gastkommentar zum Anschlag in NIzza. Und: "Es wird neuerlich klar, dass Europa das neue Einsatzgebiet des Terrorismus ist, wie ihn Nigeria oder der Irak leidlich kennen." Den ganzen Gastkommentar finden Sie hier.
  • Ein fünfjähriger Bub zeichnet nieder, was er am Vortag erlebt hat.
  • Was über den Attentäter bekannt ist, ein Update:
    • Es soll sich um einen 31-jährigen, dreifachen Familienvater handeln, der im Norden Nizzas wohnte.
    • Er stammt aus Tunesien, genauer aus dem Ort Msaken. Das gaben zumindest tunesische Quellen an.
    • Der Mann soll ein Vorstrafenregister haben. Als radikalisiert galt er aber nicht.
    • Nachbarn beschreiben ihn gegenüber AFP als nicht besonders religiös.
    • Zuletzt soll er als Paketzusteller gearbeitet haben.
  • Flughafen von Nizza wird evakuiert
     
    Der Flughafen der südfranzösischen Hafenstadt Nizza ist am Freitagnachmittag evakuiert worden. Ursache sei wahrscheinlich ein verdächtiges Paket, berichtete die Tageszeitung "Liberation". Bilder im Kurznachrichtendienst Twitter zeigten, mehrere vor dem Gebäude wartende Passagiere.
    von DiePresse.com bearbeitet von Manuel Reinartz 7/15/2016 12:28:41 PM
  • Der deutsche Journalist Richard Gutjahr hat seine Erlebnisse vom Anschlag in Nizza in einem Interview mit "Spiegel-Online" geschildert. Ihm sei der weiße Lkw, der langsam auf die Promenade des Anglais fuhr, seltsam vorgekommen. "Ein Motorradfahrer fuhr an den Lkw heran und versuchte vergeblich, während der Fahrt die Fahrertür zu öffnen. Das war wie in einem Kinofilm. An der Kreuzung haben Polizisten das Feuer eröffnet, dann hat der Fahrer Gas gegeben und die ersten Menschen überfahren. Ob wegen der Schüsse oder ob er es genauso geplant hat, kann ich nicht beurteilen. Das wäre Spekulation."
  • Zum Zeitpunkt des Attentats hätten sich Donnerstagabend um 23.00 Uhr rund 30.000 Personen auf der Promenade des Anglais befunden, berichtet "Le Figaro".
  • Nachbarn des nach dem Anschlag von Nizza getöteten Attentäters Mohamed L.  haben den 31-Jährigen als stillen Einzelgänger beschrieben. Der Mann habe nie gegrüßt, wenn man sich im Treppenhaus des vierstöckigen Gebäudes im Norden von Nizza getroffen habe, sagten Nachbarn am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der 31-Jährige sei nicht offensiv religiös aufgetreten, er habe häufig Shorts getragen.

    von DiePresse.com bearbeitet von Helmar Dumbs 7/15/2016 12:43:23 PM
  • Solidaritätsbekundungen mit den Opfern in Nizza.
     
  • Interpol schickt ein Team nach Nizza, um mit der Identifikation der Opfer zu helfen.
  • Italien verschärft Sicherheitsvorkehrungen für Bruce-Springsteen-Konzert
     
    "Die Franzosen nicht allein lassen: Das ist das Versprechen Italiens und der gesamten internationalen Gemeinschaft. Auf den Terrorismus zu reagieren, ist eine moralische Pflicht", sagte Italiens Premier Matteo Renzi am Freitag. Italien habe alle Sicherheitsvorkehrungen zur Vorbeugung von Terroranschlägen ergriffen. Besonders gesichert soll das am Samstagabend in Rom geplante Konzert des US-Rockstars Bruce Springsteen werden. 100.000 Zuschauer werden auf dem Gelände des Circus Maximus, einem der wichtigsten historischen Orte Roms, erwartet. 700 Privataufseher und Drohnen sollen für die Sicherheit des Konzerts sorgen.
  • Entwarnung am Flughafen von Nizza: Nach der Evakuierung wegen eines herrenlosen Gepäckstücks im Ankunftsbereich des Terminals 1 wurde der Besitzer ausfindig gemacht und bekam das Gepäck zurück. Sicherheitskräfte hatten zuvor das Areal geräumt.
  • Die Ex-Frau des Attentäters von Nizza ist offenbar festgenommen worden. Sie sitze nun in Untersuchungshaft, berichtete der französische TV-Sender "BFMTV" am Freitagnachmittag ohne genaue Quellen zu nennen.
  • 50 Personen befänden sich in Lebensgefahr, sagte der französische Präsident Francois Hollande bei einem Statement.
  • Weder Waffen noch Sprengstoff bei Razzia gefunden
     
    Bei der Hausdurchsuchung an der Wohnadresse des Attentäters von Nizza sind am Freitag weder "Waffen noch Sprengstoff" gefunden worden. Allerdings seien Datenträger sichergestellt worden, die nun analysiert würden, berichtete der französische TV-Sender "itele" ohne seine Quellen zu nennen.
  • Was wir bisher über den Anschlag wissen:
    • Ein Lkw raste am französischen Nationalfeiertag mit 50 Stundenkilometern in eine Menschenmenge. Über zwei Kilometer hinweg überfuhr er an der Promenade des Anglaises Dutzende Menschen.

    • Mindestens 84 Menschen starben, darunter zehn Kinder. 50 Verletzte schweben in Lebensgefahr.

    • Der 31-jährige Täter wurde erschossen. Er stammt aus Tunesien, wohnte in Nizza. Die Geheimdienste hatten ihn bisher nicht auf dem Radar. Er soll als Paketzusteller gearbeitet haben.

    • Die französische Polizei hat bei einer Razzia im Haus, in dem sich die Wohnung des Attentäters befand, einen Verdächtigen festgenommen. Dort wurde auch ein verdächtiges Auto untersucht. Es könnte sich dabei um die Ex-Frau des Attentäters handeln. Sie sitzt in Untersuchungshaft.

    • Frankreichs Präsident Hollande sprach von einem eindeutigen terroristischen Hintergrund und verhängte drei Tage Staatstrauer. Der Ausnahmezustand wurde um drei Monate verlängert.

    • Unter den Opfern sind unter anderem drei Berlinerinnen (zwei Schülerinnen und eine Lehrerin auf Maturareise), eine Russin, ein Armenier, zwei US-Amerikaner (ein Vater und dessen elfjähriger Sohn), ein Schweizer, eine Ukrainerin und mindestens zwei Marokkaner. Auch von einem toten Franzosen berichteten Medien bereits.

    • Auch Österreicher wurden Zeugen des Blutbads. „Wir hatten unheimliches Glück“, sagt ein 23-jähriger Burgenländer zur "Presse".

    Was ist noch unklar?
    • Nach wie vor ist nicht bekannt, ob hinter der Tat eine Terrororganisation steckt. Bisher hat sich noch niemand bekannt, obwohl der sogenannte Islamische Staat die Amokfahrt auf Sozialen Netzwerken begrüßte.
    • Es gibt noch keine Information dazu, ob der Attentäter einen Komplizen hatte oder alleine handelte.
    • Die Identität des Attentäters ist noch nicht offiziell bestätigt.
    • Unklar ist auch, ob Österreicher unter den Opfern sind.
  • Hollande warnte Franzosen vor weiteren Attentaten

    Der französische Präsident François Hollande hat seine Landsleute vor weiteren Anschlägen gewarnt. Frankreich habe den Terrorismus noch lange nicht besiegt, sagte Hollande am Freitag in Nizza. "Es ist ein langer Kampf gegen einen Feind, der weiterhin die Staaten angreifen wird, die ihre Freiheit ausleben." Frankreich sei ein starkes Land und werde auch diese Tragödie überstehen, sagte Hollande. "Es sind Einheit, Kraft und Zusammenhalt, zu denen ich heute in Nizza aufrufe."

  • Präsident Francois Hollande (2.v.l.) mit Premier Manuel Valls (l.), Innenminister Bernard Cazeneuve (r.) und Gesundheitsministerin Marisol Touraine bei der Pressekonferenz am Nachmittag. (c) AFP PHOTO / POOL / ERIC GAILLARD

  • Ban fordert mehr Anstrengungen im Anti-Terror-Kampf

    UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert nach dem Anschlag von Nizza mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus gefordert. Angesichts "dieser Bedrohung" stehe er "fest hinter der französischen Regierung und Bevölkerung", erklärt Ban. Zugleich betont er die Notwendigkeit, "regionale und internationale" Bemühungen im Kampf gegen Terrorismus und "gewalttätigen Extremismus" zu intensivieren. Den Angehörigen der Opfer spricht Ban sein Beileid aus.
  • Lawrow und Kerry kondolieren gemeinsam in Moskau

    Die Außenminister von Russland und den USA, Sergej Lawrow und John Kerry, besuchen laut einem russischen TV-Bericht gemeinsam die französische Botschaft in Moskau, um ihr Beileid mit den Opfern des Anschlages in Nizza auszudrücken. Sie legen Blumen nieder und tragen sich in das Kondolenzbuch ein.
  • Blumen an einem Zaun vor der französischen Botschaft in Wien, aufgenommen heute zu Mittag. (c) APA/ROLAND SCHLAGER

  • Details zu den Opfern:

    Bei dem Anschlag sind mindestens 84 Menschen zu Tode gefahren und zahlreiche weitere verletzt, 50 von ihnen lebensgefährlich. Unter den Verletzten befinden sich auch 54 Kindern, mehrere Kindern kamen ums Leben.

    Zudem starben mehrere ausländische Staatsangehörige:

    - Drei Deutsche, zwei Schülerinnen und eine Lehrerin, wie das französische Außenministerium bekannt gab.

    - Zwei US-Staatsbürger, wie der Sprecher des US-Außenministeriums bestätigte. Laut US-Medienberichten soll es sich dabei um einen Vater und seinen 11-jährigen Sohn aus Texas handeln, die in Nizza Urlaub gemacht hatten.

    - Zwei Schweizer, eine Frau und ein Kind, nach Angaben der Schweizer Bundeskanzlei.

    - Eine Russin, wie das russische Außenministerium auf Facebook mitteilte.

    - Eine Armenierin, nach Angaben des armenischen Außenministeriums.

    - Ein Ukrainer wurde getötet, ein weitere verletzt, gab das ukrainische Außenministerium bekannt.

    - Ein etwa 30 Jahre alter Tunesier sei ebenfalls getötet worden, teilten die tunesischen Behörden mit.

    - Laut einem Bericht der "Huffington Post" in Marokko wurden zumindest zwei Marokkaner, eine Frau und ein Kind, getötet.

    - Das belgische Außenministerium gab zudem bekannt, noch keine Informationen über den Verbleib von mindestens 20 seiner Staatsbürger zu sein.

    - Hinweise auf österreichische Opfer gibt es nach Angaben des Außenministeriums in Wien vorerst nicht. Da noch nicht alle Leichen identifiziert seien, könne dies vorerst aber auch noch nicht ausgeschlossen werden.

    >> Mehr in Die Nizza-Opfer: "Sie praktizierte einen richtigen Islam"
  • Botschafter: "Brauchen jetzt Entschlossenheit und Beharrlichkeit"

    Der französische Botschafter in Österreich, Pascal Teixeira da Silva, der wegen eines Empfangs anlässlich des französischen Nationalfeiertages in Tirol weilte, hat den Terroranschlag in Nizza am Freitag in Innsbruck als "abscheulich und niederträchtig" bezeichnet. "Wir brauchen jetzt Entschlossenheit und Beharrlichkeit", sagte er vor Journalisten. Die Bevölkerung dürfe sich nicht abschrecken lassen und ihren Lebensstil ändern. "Das ist die beste Antwort auf den jihadistischen Terror", betonte Teixeira da Silva: "Wir sind entschlossen, diesen Kampf weiter zu führen". Die Feiern zum 14. Juli seien Tradition und könnten nicht genauso gesichert werden wie EM-Stadien und Fanmeilen, argumentierte der französische Botschafter.
  • Stichwort: Frankreichs Nationalfeiertag

    Jedes Jahr am 14. Juli feiert Frankreich seinen Nationalfeiertag. In Paris gibt es dann immer eine große Militärparade. Fliegerstaffeln ziehen über die Champs-Élysées. Im ganzen Land finden Feiern statt, so wie gestern in Nizza, wo das Fest an der Strandpromenade Ziel eines verheerenden Terrorangriffs wurde.

    Die Republik gedenkt mit dem Nationalfeiertag der Französischen Revolution: Am 14. Juli 1789 läutete der Sturm auf die Bastille das Ende des Absolutismus ein. Als Symbol gegen die Willkür des Königs stürmten die Bürger von Paris das Staatsgefängnis und befreiten die Gefangenen. Ein Jahr später kamen die Abgeordneten aller Departments und tausende Franzosen zusammen, um die Fête de la Féderacion, ein Versöhnungsfest, zu feiern. Seit 1880 ist der 14. Juli als offizieller Nationalfeiertag in Frankreich festgelegt.

    Als symbolischer Akt wird auch das gestrige Attentat auf der Promenade des Anglais in Nizza gedeutet. Der bekannteste Leitspruch der französischen Revolution „Freiheit, Gleicheit, Brüderlichkeit“ ist auch heute noch Wahlspruch der französischen Republik. Möglicherweise richtete sich der Terrorakt genau gegen diese Ideologie Frankreichs.
  • "Die teuflische Saat der Terrormiliz IS"

    Der Nizza-Attentäter war möglicherweise inspiriert vom IS. Die Jihadisten intensivieren weltweit ihre Anschläge, denn in Syrien und im Irak ist ihre Herrschaft dem Ende nah, analysiert unser Mitarbeiter Alfred Hackensberger . Mehr ...
  • Zehn Kinder getötet

    Die Staatsanwaltschaft von Nizza zieht derzeit vor Journalisten eine erste Bilanz, es handelt sich dabei aber um keine offizielle Erklärung, wie betont wird.
    Bei dem "barbarischen Akt" wurden demnach 84 Menschen getötet, darunter zehn Kinder und Jugendliche. Es gibt 202 Verletzte, bei 52 von ihnen wird der Zustand als lebensgefährlich eingestuft, fast alle von ihnen (50) werden laut Staatsanwaltschaft reanimiert.


  • Was wir bisher über den Anschlag wissen:
     
    •  Ein Lkw raste am französischen Nationalfeiertag mit 50 Stundenkilometern in eine Menschenmenge. Über zwei Kilometer hinweg überfuhr er an der Promenade des Anglaises Dutzende Menschen.
       
    •  Mindestens 84 Menschen starben, darunter zehn Kinder. Es gibt 202 Verletzte, 52 von ihnen schweben in Lebensgefahr.
       
    • Der 31-jährige Täter wurde von der Polizei getötet, nachdem er mehrmals auf die Beamten geschossen hatte. Seine Identität wurde von der Staatsanwaltschaft am späten Freitagnachmittag bestätigt, es handelt sich demnach um Mohamed Lahouaiej-Bouhlel. Er ist Tunesier und wohnte in Nizza. Er soll als Paketzusteller gearbeitet haben.
       
    • Der Attentäter wurde im März wegen einer gewaltsamen Auseinandersetzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dabei ging es nach Angaben der französischen Behörden um einen Streit nach einem Verkehrsunfall, bei dem der Mann eine Holzpalette auf seinen Kontrahenten geworfen habe. 
       
    • Nach Angaben des Staatsanwalts war der 31-jährige Tunesier den Geheimdiensten "vollkommen unbekannt". Er sei auch in keiner Datenbank wegen möglicher Radikalisierung geführt worden.
    • Die französische Polizei hat bei einer Razzia im Haus, in dem sich die Wohnung des Attentäters befand, eine verdächtige Person festgenommen. Dort wurde auch ein verdächtiges Auto untersucht. Es könnte sich dabei um die Ex-Frau des Attentäters handeln. Sie sitzt in Untersuchungshaft.
       
    • Frankreichs Präsident Hollande sprach von einem eindeutigen terroristischen Hintergrund und verhängte drei Tage Staatstrauer. Der Ausnahmezustand wurde um drei Monate verlängert.
       
    • Unter den Opfern sind unter anderem drei Berlinerinnen (zwei Schülerinnen und eine Lehrerin auf Maturareise), eine Russin, ein Armenier, zwei US-Amerikaner (ein Vater und dessen elfjähriger Sohn), ein Schweizer, eine Ukrainerin und mindestens zwei Marokkaner. Auch von einem toten Franzosen berichteten Medien bereits.
    Was ist noch unklar?
     
    • Nach wie vor ist nicht bekannt, ob hinter der Tat eine Terrororganisation steckt. Bisher hat sich noch niemand bekannt, obwohl der sogenannte Islamische Staat die Amokfahrt auf Sozialen Netzwerken begrüßte.
       
    •  Die Ermittler untersuchen noch immer, ob der Attentäter allein oder in einer Gruppe gehandelt hat. Niemand habe sich bekannt, aber vieles deute auf eine Terrorgruppe. Das Attentat von Nizza entspreche laut Staatsanwaltschaft aber "exakt den ständigen Mordaufrufen" der Jihadisten.
       
    • Unklar ist auch, ob Österreicher unter den Opfern sind.
  • Suche nach Hintermännern

    Die Ermittler untersuchen noch immer, ob der Attentäter allein oder in einer Gruppe gehandelt hat. Niemand habe sich bekannt, aber vieles deute auf eine Terrorgruppe, hieß es in einer ersten Bilanz der Staatsanwaltschaft.
  • Schweigeminute im UN-Sicherheitsrat
     
    Mit einer Schweigeminute hat der UN-Sicherheitsrat der Opfer des Anschlags von Nizza gedacht. Die Botschafter der Mitgliedstaaten legten das Gedenken zu Beginn ihrer Beratungen am Freitag ein. Bei dem Treffen ging es eigentlich um die Lage im Irak.
     
  • Der Attentäter war den Geheimdiensten "vollkommen unbekannt", sagt der zuständige Staatsanwalt Francois Molins (im Bild; (c) AFP) .

  • Wir beenden damit unseren Live-Ticker.
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